Der Natur auf der Spur – beim 12. GEO-Tag der Artenvielfalt;
Kartierexkursion in den Oberndorfer Hängen
Wie steht es um die Natur in Deutschland, wie viel Leben birgt das Grün vor der eigenen Haustür? Diesen Fragen ging das Hamburger Reportagemagazin GEO zusammen mit seinen diesjährigen Kooperationspartnern auch beim 12. GEO-Tag der Artenvielfalt nach. Dem Aufruf von GEO zur Inventur der Natur folgte kürzlich auch eine bunt gemischte Gruppe von Naturliebhabern aus dem Raum Kelheim-Regensburg. Initiiert wurde die Aktion von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Kelheim, die zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Oberpfalz, aus der Forstverwaltung und mit Vertretern der Naturschutzverbände eine dreistündige Kartierexkursion durchführten. Besonders unter die Lupe genommen wurden Teilbereiche des Hanselbergs bei Bad Abbach-Oberndorf. Die steilen Prallufer der Donau oberhalb von Oberndorf bieten einen vielfältigen Lebensraum für wärmeliebende Spezialisten innerhalb der Tier- und Pflanzenwelt. Durch die enge Verzahnung von sonnig-heißen Magerrasen und trockenen Gebüschen und Wäldern konnte sich hier eine außergewöhnliche Artenvielfalt entwickeln.
Die Initiative des Magazins GEO, 1999 ins Leben gerufen, hat im letzten Jahr rund 25.000 Menschen mobilisiert – vom naturbegeisterten Grundschüler bis zum Universitätsprofessor. Die Idee des GEO-Tags der Artenvielfalt: an einem Tag in einem begrenzten Gebiet möglichst viele Tiere und Pflanzen zu identifizieren – und damit zu zeigen, dass es Vielfalt auch vor der eigenen Haustür zu entdecken gibt. Ziel ist es nicht, Rekorde zu brechen. Die Erlebnisse zählen mehr als die Ergebnisse. Es geht darum, den Blick für den Artenreichtum im eigenen Umfeld zu schärfen und die faszinierenden Lebensformen, die sich in unserer Nähe verbergen, neu zu entdecken.
Auch wenn an diesem Tag beileibe nicht alle Arten, die tatsächlich im Natur-Eldorado Oberndorfer Hänge vorkommen, aufgefunden und bestimmt werden konnten, so war das Ergebnis durchaus ansehnlich: alleine 219 verschiedene Pflanzenarten wurden innerhalb von drei Stunden aufgefunden. Die Teilnehmer freuten sich über so seltene Arten wie Kreuzenzian, Kleine Wachsblume und mehrere Leinblatt- und Orchideen-Arten. Angesichts der regnerischen und windigen Witterung ließen sich die ansonsten recht zahlreich und vielgestaltig vorkommenden Insektenarten dagegen nur selten aus ihren Verstecken locken. Trotzdem wurden auch in dieser Gruppe interessante Nachweise erbracht, beispielsweise von verschiedenen Bläulingsarten oder der Maulwurfsgrille mit ihren markanten Grabschaufeln.
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